Was ist Geistlicher Missbrauch?
Es gibt noch keine allgemein gültige, verbindliche Definition, was Geistlicher Missbrauch ist.
Geistlicher Missbrauch ist eine Form von psychischer Gewalt, die ein Mensch im spirituellen, religiösen Kontext auf der Suche nach geistlicher Orientierung und Beheimatung erfährt.
Unter Gewalt ist dabei der Einsatz von Mitteln zu verstehen, die dazu geeignet sind, in einer asymmetrischen Beziehung den freien Willen eines anderen zu beeinträchtigen, auszunutzen und somit der anderen Person gegen ihren Willen Schaden zuzufügen, oder sie dem eigenen Willen zu unterwerfen mit dem Ziel, ihr Verhalten und Erleben zu beeinflussen und zu kontrollieren.
Dies geschieht unter Berufung auf den Willen Gottes, religiöse Werte und Symbole oder theologische Konzepte.
Nicht selten basiert spiritueller Missbrauch auf einer Verwechslung von geistlichen Personen mit der Stimme Gottes.
Geislticher Missbrauch ist die Verletzung des spirituellen Selbstbestimmungsrechtes und kann sowohl Ergebnis aktiven willentlichen
Handelns, wie auch Konsequenz der Nichtbeachtung von professionellen Standards oder fehlender eigener Reflexion der handelnden Person sein.
Spiritueller Missbrauch äußert sich auf vielfältige Weise.
(Auszüge aus: Spirituellen Missbrauch verhindern. Spirituelle Autonomie fördern, Bistum Limburg)
Informationsbroschüren:
- Deutsche Bischofskonferenz: Missbrauch geistlicher Autorität. Zum Umgang mit Geistlichem Missbrauch (PDF)
- KDFB: Arbeitshilfe Spirituelle Selbstbestimmung (PDF)
- Bistum Limburg: Spirituellen Missbrauch verhindern. Spirituelle Autonomie fördern (PDF)
Anlaufstelle für alle, die als Erwachsene sexuellen und / oder geistlichen Missbrauch und Gewalt in Kirche erfahren haben:
